Auch beim Get-Together können sich die Teilnehmer kaum vom Thema der Diskussion lösen. „Die IT nimmt aktuell auch im Zusammenspiel mit den Fachbereichen definitiv eine Rolle als Game Changer ein“, sagt etwa Martin Wiegmann, Managing Director Global Accounts beim Veranstaltungspartner Cisco. „Als Katalysator geht die IT in die Leading Position beim Kulturwandel im Unternehmen.“

Bild: Faces by Frank

Die Podiums-Diskussion zwischen Ralf Waltram und Frank Loydl ist beendet, nun beginnt der gemütliche Teil des Abends beim agilen Get-Together mit Flying Dinner, echt bayrischem Bier vom Tegernsee und guter Unterhaltung.

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Eskalationen innerhalb der Teams seien sowohl bei BMW als auch bei Audi durch agile Methoden weniger geworden. Generell finden Auseinandersetzungen eher in der Sache statt, erklärt Ralf Waltram, und es werde gemeinsam nach Lösungen gesucht. Hin und wieder sei es jedoch nötig, Teams umzubesetzen, da manche Mitarbeiter charakterlich nicht kompatibel seien, ergänzt Loydl.

„Wir sind immer wieder beim haptischen Bord gelandet“ – Frank Loydl

„Welcher Aspekt ist für die Etablierung einer agilen IT-Organisation am wichtigsten?“ lautet die zweite Teilnehmer-Frage des Abends. Im Ergebnis zeigt sich, dass Waltram und Loydl mit ihrer vorab geäußerten Einschätzung richtig liegen: 84 Prozent der Anwesenden sind der Meinung, Mindset und Unternehmenskultur seien die wichtigste Säule neuer Methoden. Die übrigen 16 Prozent der Befragten sprechen sich für die Antwort „Architektur & Technologie“ aus.

Sowohl bei Audi als auch bei BMW sei die Fluktuation von IT-Fachkräften kein Problem. Der entsprechende Wert habe sich auch durch die Strategie „100% agil“ der Münchener nicht nennenswert verändert, erklärt BMW-Experte Waltram.

„Die Strategie 100% agil ist im Zeitplan“ – Ralf Waltram

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„80 Prozent meiner Mannschaft waren erst einmal geschockt von der Ankündigung 100% agile“ – Ralf Waltram

Agilität erfordere ein umfassendes Bekenntnis, erklärt Ralf Waltram. Unter anderem sei es keine langfristig gangbare Option, eine Mischform aus agilen Teams und Wasserfall-Methoden umzusetzen. Alleine, um die agilen Teams nicht auszubremsen, sei es zwingend nötig, die Zielsetzung „100% agil“ auszurufen und die Mitarbeiter entsprechend zu überzeugen.

„Wir haben unseren Teams bewusst die Möglichkeit gegeben, sich mit neuen Arbeitsweisen zu identifizieren“ – Ralf Waltram

Als nächster Agenda-Punkt steht nun eine Speed-Runde mit kurzen Aussagen auf dem Programm von „Be My Guest“. Generell sind sich Loydl und Waltram in vielen Dingen einig: Unter anderem glauben beide Experten, Veränderung im Unternehmen sei oft nicht selbsterklärend und müsse aktiv gestaltet werden. Unter anderem müsse das Commitment für Sprints vom Team selbst kommen. Ohne Motivation seien hier keine guten Ergebnisse zu erwarten. Sowohl Loydl als auch Waltram sind darüber hinaus der Meinung, die Fachbereiche werden in Zukunft einen stärkeren Einfluss auf die genutzte Software ausüben. Unter anderem durch Software-as-a-Service sowie den stärkeren Einsatz von Plattformen.

„Überall, wo ich Software brauche, sind agile Methoden einsetzbar“ – Ralf Waltram